1:1 Führungskräfte von Arquitectonica mit Jacqueline Beckingham
Jacqueline Beckingham, Leiterin des Büros in Los Angeles
Die Serie „1:1 Leaders of Arquitectonica” stellt Personen aus den weltweiten Niederlassungen von Arquitectonica vor, die in den Bereichen Architektur und Design neue Maßstäbe setzen. Begleiten Sie uns regelmäßig, wenn wir ihre Karrierewege, Designphilosophien und die Rolle der Architektur bei der Gestaltung unserer Welt vorstellen. Wir haben uns mit Jacqueline Beckingham, der Direktorin unserer Niederlassung in Los Angeles, zusammengesetzt, um mit ihr über ihren Werdegang und ihre Vision für die gebaute Umwelt zu sprechen. Viel Spaß mit dem interessanten Interview, das wir glücklicherweise mit Jacqueline führen durften.
Erinnern Sie sich an Ihre erste Begegnung mit Architektur?
Architektur hat mich schon immer fasziniert. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich mit meinem Vater am „Bring Your Daughter to Work Day” auf dem Universitätscampus in Leeds im Norden Englands herumgelaufen bin. Ich erinnere mich an die schweren Betongebäude mit ihren Verbindungsbrücken und daran, dass mir einfach alles daran gefallen hat. Als ich die Studentenwohnheime und den gesamten Campus sah, war ich begeistert davon, wie man durch Architektur und Design eine ganz andere Umgebung schaffen kann.Ihre Karriere erstreckt sich über mehrere Länder und Kontinente. Wie hat dies Ihre Herangehensweise geprägt?
Ich bin in einer kleinen Stadt im Norden Englands aufgewachsen, die alles andere als kosmopolitisch war. Mein Studium in Dallas und mein späterer Umzug nach London in den 1990er Jahren – auf dem Höhepunkt des Britpop und einer spannenden Ära für das Design – haben mir die Augen geöffnet. Ich arbeitete an Projekten in Europa, dem Nahen Osten und Asien, was mich dazu veranlasste, global über die kulturellen und sozialen Auswirkungen von Design nachzudenken. Jetzt, in Los Angeles, bringe ich diese Erfahrungen in meine Arbeit ein und schaffe so ein Gleichgewicht zwischen internationalen Erkenntnissen und lokalen Nuancen.Welches aktuelle Projekt von Arquitectonica begeistert Sie besonders?
Eines der spannendsten Projekte, an denen ich gearbeitet habe, befindet sich in Jinju, Südkorea, wo wir mit Shinsegae zusammenarbeiten. Es handelt sich um eine einzigartige Mischung aus einem Busbahnhof, der mit Einzelhandels-, Freizeit- und Wohnräumen verbunden ist und einen wesentlichen Bestandteil eines größeren Masterplans bildet. Es ist ein fantastisches Beispiel dafür, wie durchdachtes Design einer Stadt Lebendigkeit verleihen kann, indem es mehrere städtische Bedürfnisse auf kohärente Weise berücksichtigt.
Sunset Boulevard Residences, Los Angeles
Welche Fähigkeit halten Sie in Ihrer Karriere als Architekt für die wertvollste?
Ich denke immer, dass ein Architekt wie der Dirigent eines Orchesters ist. Wir müssen mehrere bewegliche Teile koordinieren und gleichzeitig die Gesamtvision im Blick behalten. Kommunikation ist dabei entscheidend – sowohl intern mit unseren Teams als auch extern mit unseren Kunden. Mit zunehmender Erfahrung fällt es mir immer leichter, diese Herausforderungen zu meistern.Was begeistert Sie derzeit am meisten an Ihrer Arbeit?
Ich liebe den Designprozess – die Möglichkeit, mit einer leeren Website zu beginnen und etwas zu schaffen, das die Umgebung aufwertet. In letzter Zeit haben mich unsere jüngeren Mitarbeiter inspiriert. Sie bringen frische Ideen und Experimentierfreude mit. Dieser Austausch von Perspektiven ist unglaublich anregend.Wie verändert Technologie die Architekturpraxis und wie wirkt sie sich auf Ihren Ansatz bei Arquitectonica aus?
Die Technologie hat die Art und Weise, wie wir unsere Ideen entwerfen und kommunizieren, völlig verändert. Unsere jüngeren Teammitglieder verfügen über unglaubliche Fähigkeiten im Bereich 3D-Modellierung und Animation, wodurch wir unseren Kunden Entwürfe auf eine Weise präsentieren können, die dynamischer und greifbarer ist als je zuvor. Diese Fähigkeit, Konzepte so anschaulich zu visualisieren, ist eine bahnbrechende Neuerung für den Designprozess. Allerdings muss dabei ein wichtiges Gleichgewicht gewahrt bleiben. Die Technologie eröffnet zwar neue Möglichkeiten, aber es gibt Momente – wie zum Beispiel das Skizzieren einer Idee in Echtzeit für einen Kunden –, in denen die Einfachheit von Stift und Papier nach wie vor von Bedeutung ist. Ich sage unserem Team immer: Macht euch keine Gedanken darüber, wie eure Skizzen aussehen – je öfter ihr sie anfertigt, desto besser werden sie.Was steht als Nächstes für das Büro von Arquitectonica in Los Angeles an?
Culver City ist ein inspirierender Ort zum Arbeiten, voller kreativer Energie. Unser Studio wächst und wir freuen uns, im Januar zwei neue Mitarbeiter begrüßen zu dürfen. Außerdem arbeiten wir an der Umsetzung wichtiger Projekte, darunter die Entwicklung des Sunset Boulevard. Mein Ziel ist es, unsere Präsenz in Los Angeles zu stärken und weiterhin Projekte zu realisieren, die die Vielfalt der Stadt widerspiegeln.Welchen Rat würden Sie angehenden Architekten geben, den Sie selbst gerne erhalten hätten?
Seien Sie geduldig und hören Sie zu. Als ich anfing, wollte ich mich unbedingt in Gespräche einmischen, aber ich habe gelernt, wie wichtig es ist, zuerst andere Perspektiven anzuhören. Und behalten Sie Ihre Ideen nicht für sich – sie sind nicht so einzigartig, wie Sie denken, aber sie werden niemals verwirklicht, wenn sie nur in Ihrem Kopf bleiben.
